DB0XF - Relais Holledau - 145.600 MHz

Das erste Relais

Der technische Aufbau des Relais war in den Anfangsjahren äußerst einfach, um nicht zu sagen primitiv. Wegen dem Fehlen von entsprechenden Filtern wählte man „Zwei-Antennen-Betrieb“. Das heißt Sender und Empfänger wurden an getrennten Antennen betrieben. Das lange Hopfenhaus der als Standort ermöglichte einen größeren Abstand zwischen beiden. Die einfache Steuerung wurde von Peter (DL2RI) und Lothar (DJ6OF) auf einer Lochrasterplatine zusammengestrickt.
Bemerkenswert war der Rufzeichengeber. Er bestand aus einem langsam laufenden Reklamemotor, der eine runde, Kartonscheibe von etwa 35 cm Durchmesser drehte, in die das Rufzeichen DB0XF in Form von Morsezeichen (-.. -… ----- -..- ..-. ) in längeren bzw. kürzeren Löchern geschnitten war. Ein 6-Volt-Lämpchen auf der einen Seite der Scheibe und eine Fotozelle auf der anderen erzeugten dann zusammen die Morsetöne.

Der „Freisinger Gockel“

Auf dem staubigen Hopfenboden des Relaisanwesens verschmutzte die lichtempfindliche Zelle meist nach wenigen Tagen, was dann dazu führte, dass das Rufzeichen des Relais nicht mehr gerade HIFI-mäßig klang. Es begann ziemlich erbärmlich zu jaulen. Dies brachte dem Relais dann im bayrischen Raum den Namen „Freisinger Gockel“ ein. Auch eine Schachtel als Abdeckung schützte nicht vor dem feinen Staub. Regelmäßig musste daher DL2RI zum Relais fahren um die Fotozelle zu putzen. Später wurde der Karton durch eine Aluscheibe mit eingefeilten Löchern mit der Kennung ersetzt. Das Jaulen aber blieb.
Als Sender und Empfänger fand ein Siemens W2 Verwendung, ein mit Röhren bestücktes Funkgerät aus kommerziellem Einsatz, dem sogenannten NÖBL (= nichtöffentlicher beweglicher Landfunkdienst). Geräte aus dem NÖBL waren damals für die Funkamateure billigst und in großen Stückzahlen zu haben, da die Vorbesitzer (meist Ärzte, Tierärzte oder Taxifahrer) die einst sündhaft teuren Geräte wegen Frequenzrasteränderung (50 KHz auf 20 KHz) aussondern mussten. Die Apparate hatten für sie nur noch Schrottwert. Bei den Funkamateuren fanden sie dankbare Abnehmer, waren die Geräte doch leicht auf unsere Frequenzen umzurüsten. Nebenbei gesagt waren diese „Taxifunkgeräte“ auch Ursache dafür, dass auf UKW die bisher von den Funkamateuren benutzte Amplitudenmodulation innerhalb weniger Monate durch die Frequenzmodulation dieser Geräte verdrängt wurde. Auch ergab sich mit den quarzgesteuerten Geräten im bisher fast strukturlosen 2-Meter-Band fast automatisch ein Kanalraster.
Trotz des einfachen Aufbaus funktionierte das Relais sehr gut. Auch wenn die Höhenlage des Sünzhausener Hopfenhauses mit rund 520 Metern über NN nicht mit der Zugspitze konkurrieren konnte, erwies sich Sünzhausen als hervorragender Standort. Verbindungen über den Umsetzer auch von Autos aus, waren aus großen Bereichen des südbayerischen Raumes möglich. Besonders gut ging – und geht – DB0XF vom Alpenvorland aus, die Berge wirken wohl als Reflektoren. Ja sogar Verbindungen über die Alpen hinweg bis hinunter nach Bruneck (meist zu Georg IWABA) waren möglich.

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