DB0XF - Relais Holledau - 145.600 MHz

Von der Idee bis zur ersten Inbetriebnahme


Die wenigen Funkamateure aus dem Raum Pfaffenhofen a.d. Ilm gehörten vor der Gründung des DARC Ortsverbandes Pfaffenhofen zumeist dem Ortsverband Freising C 04 an. Da jedoch Funkverbindungen auf dem 2-Meter-Band der Funkamateure aus dem Raum Schweitenkirchen mit den Funkfreunden aus Freising bedingt durch das hügelige Gelände problematisch waren, wurde von Lothar Feichtmaier (DJ6OF) die Idee geboren, eine Relaisfunkstelle zu errichten. Neben dem damaligen Ortsverbandsvorsitzenden des OVs Freising, Hans Assenbrunner (DK8CW, damals noch DC1CW) waren auch Alois Graf (DL2RF) und Peter Karl (DL2RI) schnell für die Idee gewonnen.

So nahm DK8CW im Mai 1972 mit dem UKW-Referenten des DARC, OM Schilling (DJ1XK) Kontakt auf, erklärte ihm die Notwendigkeit eines Relais in dieser Gegend und forderte ein Antragsformular zur Errichtung eines Relais an. Auf Anweisung des UKW-Referenten mussten nun die Nachbar-Relaisfunkstellen um Stellungnahme gebeten werden. Vom Winterbergrelais ging eine ablehnende Stellungnahme ein, weil Versuche auf Kanal R6 QRM erzeugten. Von DB0YC (Cham) kam keine Antwort. Weitere Relaisstellen zwischen Nürnberg und München gab es noch nicht. Die „Umsetzer“ waren zur damaligen Zeit noch eine ganz neue Geschichte und von wenigen Ausnahmen abgesehen zumeist erst im Entstehen. Deutschlandweit das erste Relais war in Nürnberg gebaut worden und als zweites im bayrischen Raum war das Zugspitzrelais im August 1970 auf Sendung gegangen.


Da laut IARU-Konferenz die 600 KHz-Ablage eingeführt werden sollte (bisher waren 1,6 MHz üblich) und alle R-Kanäle belegt waren, stellte DK8CW im Juni 1972 einen Relaisantrag auf I1, der OV-Frequenz von C04, an den UKW-Referenten des DARC Bayern Süd, OM Hock, (DC0MT) mit Bitte um Stellungnahme und Weiterleitung an das UKW Referat des DARC.


Nun kamen Wochen des Wartens, aber weder aus München (DC0MT; OM Hock, UKW-Referent Bayern-Süd) noch aus Litzelstetten (DJ0XK OM Schilling UKW-Refernet des DARC) kam eine Reaktion Grund war, wie später zu erfahren war, dass die beiden UKW-Referenten grundsätzlich gegen das 600-KHz-Raster waren, da ein so geringer Frequenzabstand technisch unmöglich und mit amateurmäßigen Mitteln angeblich schon gar nicht zu realisieren wäre Wir allmählich schon ungeduldig werdenden Funkamateure waren aber schon eifrig am Basteln und nahmen im Sommer 1972 versuchsweise bereits ein Relais - zuerst auf einem militärischen Fernmeldeturm der Bundeswehr bei Gartelshausen und dann in Sünzhausen - in Betrieb (ohne Genehmigung und Rufzeichen). Es arbeitete einwandfrei.


Der Bundepost blieb das natürlich nicht lange verborgen. Sie setzte ihre Funk-Fahnder auf die ungenehmigte Funkstation an. Wir bekamen davon Wind und kamen dem Ausheben des illegalen Relais gerade noch durch Abschalten zuvor, die Peiler der OPD – sie waren schon unterwegs - wurden um Ihr Erfolgserlebnis gebracht. Dennoch erhielten bald darauf DJ6OF als „Betreiber“ und DK8CW als Ortsverbandsvorsitzender einen „blauen Brief“ von der OPD wegen Betreibens eines nicht genehmigten Relais auf I1.


Nach mehreren vergeblichen Kontaktversuchen bei verschiedenen Anlaufstellen erfuhr DK8CW von OM Koch von der Oberpostdirektion, dass der Relais-Antrag im Oktober 1972 immer noch nicht bei ihm eingetroffen sei. Im November konnte endlich der UKW Referent des DARC, OM Schilling (DJ1XK) erreicht werden. Er erklärte, dass der Antrag unbearbeitet bei ihm läge. 600 KHz-Relais würden von ihm nicht genehmigt und auch der UKW-Referent des Distriktes Bayern Süd (OM Hock, DC0MT) hätte ablehnend Stellung bezogen. Auf die Frage, warum keine Rückmeldung an uns ergangen wäre, äußerte er, er hätte gedacht, DC0MT hätte uns davon verständigt.


War das das Aus für unsere Relaispläne? Es sah sehr danach aus, da beide UKW-Referenten des DARC, die für die OPD die Relaiskoordination betrieben, gegen unsere Pläne waren und im 1,6 MHz-Raster angeblich keine Frequenz für uns frei war. Erst als DK8CW Druck machte, gar mit Klage drohte, gestand ihm UKW Referenten Schilling Ende November zu, dass er einen Relaisantrag mit 1,6 MHz-Ablage auf R3 oder R5 befürworten und umgehend an die OPD weiterleiten würde. Also wurde erneut ein Relaisantrag angefordert und Anfang Dezember für R5 abgeschickt.


Die nächste Komplikation ließ nicht lange auf sich warten: Zu unserer maßlosen Enttäuschung ging nämlich am 10. Dezember das österreichische Relais Kufstein (OE7XKI) auf ‚unserem’ Kanal R5 auf Sendung. Sofort wurde der UKW Referent angerufen. Der war nun umgänglicher. Eigenhändig änderte er unseren Antrag auf R3, so dass uns ein Neuantrag erspart blieb. Kurz vor der Jahreswende, am 29.12. 1972 leitete Schilling unseren Antrag an die OPD München weiter.


Wieder gab es Verzögerungen. Auf telefonische Rückfrage bei der OPD konnte von OM Koch in Erfahrung gebracht werden, dass er den im Relaisantrag angegebenen Lothar Feichtmaier (DJ6OF) nicht als Relaisverantwortlicher anerkennen würde, weil er bereits ein Relais ungenehmigt betrieben habe. Also wurde Peter Karl (DL2RI) als Verantwortlicher gemeldet.
Ende Januar 1973 traf dann endlich die heiß ersehnte Genehmigungsurkunde ein! Das Relais DB0XF nahm sogleich erstmals lizenziert den Betrieb auf und funktionierte nach anfänglichen Startschwierigkeiten ufb. Der Standort war bereits damals das Hopfenhaus des Sünzhausener Fuchs-Anwesens, Koordinaten 48°31’06“ Nord; 11°39’03“ Ost.

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