DB0XF - Relais Holledau - 145.600 MHz

1990 – ein neues Relais wird geplant

Da sich die Temperaturempfindlichkeit des Bayer-RX immer wieder mal unangenehm bemerkbar machte, erwachte der Wunsch nach einem neuen Empfänger. Im Gespräch mit Alfred (DJ0GM) wurde man auf Horst aus Garching (DL2GA) aufmerksam gemacht, der seinerzeit in einem kleinen Team am Neubau des Stadtrelais München beteiligt war. Alfred organisierte ein Treffen bei Horst in Garching. Horst hatte einen kommerziellen Empfänger, den er zur Verwendung vorschlug. Wir vereinbaren einen Test. Hierzu sollte er Quarze (für Empfang und auch Sendebetrieb) beschaffen. Dann wollen wir den Ist-Stand vermessen und den Versuchs-RX im Probelauf testen.

Horst berichtet auch, dass für DB0ZM Steuerplatinen erstellt werden sollten, die mittels Mikroprozessoren und Software betrieben würden. Man vereinbarte, dass versucht werden solle, auch zwei Platinen für DB0XF zu ätzen. Weiterhin erfuhr Hans, dass Bernhard (DJ9MF) ein selbstgebautes Antennenfilter bestehend aus 4 Töpfen bei R&S versilbern könnte. Hans wurde hellhörig und rief bei Bernhard an, weil ein neuer Silberbelag sicher auch unserem Andes Duplexer gut getan hätte. DJ9MF sagte, dass eine neue Versilberung bei einem gebrauchten Filter schwierig wäre, da Elektroden ins Filter eingebracht werden müssten, schloss aber nicht ganz aus, dass er uns helfen könne. Nur würde die Sache dann manche Woche dauern.

Er empfahl, unsere Töpfe vorerst nicht zu öffnen - wegen der hohen Güte hätten Staub und dergleichen fürchterliche Folgen. Die Töpfe müssten dann mit Freon gewaschen und mit Heißluft getrocknet werden. Weiter meinte Bernhard, wir sollten nur die Abgleichstangen herausschrauben, reinigen und mit einem Kontaktmittel behandeln.

Am Samstag, 7.4.1990 wurde eine umfangreiche DB0XF-Vermessung durch Horst (Dl2GA) unternommen. Unterstützt wurde er von Alfred (DJ0GM), Alois (DL2RF) und Hans (DK8CW). Nachdem Hans schon am Vormittag mit Eimer und Putzlappen bewaffnet zum Relais gefahren war, um den Schrank und die Umgebung von Spinnweben und millimeterdickem Mehlstaub zu befreien, traf sich die Gruppe gegen 13 Uhr am Relais. Horst hatte hochwertige Messgeräte dabei (Wert ca. 70.000DM). Man hielten mit diesen zuerst den Ist - Stand fest. Dabei stellte sich durch Messungen heraus, was Hans (DK8CW) durch Klopfen ebenfalls schon erahnt hatte: Topf 3 im Empfangs-Zweig und Topf 2 im Sende-Zweig arbeiteten unkorrekt. Durch Klopfen an der Gewindestange änderte sich ihre Sperrtiefe. Man entschloss sich, die Kappe von RX- Topf 3 zu öffnen. Viel zu sehen gab’s da allerdings nicht, nur konnten festgestellt werden, dass die verdächtigten Lötstellen an den BN-Buchsen in Ordnung waren.

Allerdings stabilisierte sich der Filterzustand durch wiederholtes Drehen der Gewindestange über weite Bereiche. Diese 'Heilmethode' wurde dann auch bei TX- Topf 2 angewendet. Da sich herausstellte, dass das Coax-Kabel zwischen RX- Topf - Antenne und das zugehörige T - Stück beim Bewegen Krachgeräusche erzeugen, wurden diese aus Beständen von DL2GA ersetzt. Abschließend wurde die Weiche neu abgeglichen.

Folgende Werte wurden festgehalten:

Output nach Weiche (vor Abgleich): 6,6 Watt
Output nach Weiche (nach Abgleich): 8,2 Watt
Die Klirrfaktormessung ergab 21% Klirrfaktor!

Nachfolgende Veränderungen (vorher-nachher) beziehen sich auf Öffnen der Rauschsperre:

RX - Empfindlichkeit ohne TX durch Weiche gemessen: von 0,40 auf 0,35 Mikrovolt
RX - Empfindlichkeit mit TX durch Weiche gemessen: von 0,80 auf 0,40 Mikrovolt

Ebenfalls gemessen wurden die Sperr- und die Durchgangsdämpfung der jeweils 3 Töpfe:

RX - Töpfe: Durchgangsdämpfung für 145,000 MHz. 1,9 db
Sperrdämpfung für 145.600 MHz. 51,8 db
TX - Töpfe Durchgangsdämpfung 2,3 db
Sperrdämpfung. 49,3 db

Nach drei Stunden Arbeit zog man sich durchfroren ins Relaislokal zurück, um die Körpertemperatur der Anwesenden mit einem Glas Glühwein wieder auf Normalwerte zu bringen. Horst zeigte uns hier auch noch ein kompaktes Telefunkenrelais (Originalshift 4,3 MHz). Es sollte nach Kauf eines Quarzes auf Relais- Eignung getestet werden. Wir könnten es zu vertretbarem Preis anschließend erwerben, um auf einen Schlag TX und RX des Relais damit zu ersetzen.

Am nächsten Tag wurde von OV- Mitgliedern wiederholt anerkennend festgestellt, dass sich unsere Arbeit gelohnt hatte. Das Relais war wieder spürbar empfindlicher. Diese stabilen Zustände blieben auch lange Zeit erhalten. Lediglich der Hopfengarteneffekt meldete sich gelegentlich kurz.

Im November 1990 hatte DL2GA den neuen TRX fertig. Wir hatten lediglich knapp 90.- DM für Quarz und 600-KHz - Platinchen zu berappen. In Verlegenheit brachte uns Horst, als er ge¬naueres über unsere im Lauf der 70-er Jahre entstandene Steuerung wissen wollte.

Zufällig fand Alois (DL2RF) im November-Heft der CQ-DL ein Inserat eines OMs, der eine günstige Computer-Relaissteuerung anbot. Hans (DK8CW) rief diesen an und bat um Unterlagen. Es zeigt sich, dass es sich um einen Nachbau einer EMUF- Steuerung handelte, die von Herwig Feichtinger (DC1YB) entwickelt und in der MC veröffentlicht worden war. Da Herwig damals Mitglied von C22 war, rief Hans ihn umgehend an und vereinbarte mit ihm und Horst eine Besprechung beim OV-Abend am 10.11.90. Ergebnis: Herwig bestellt 2 EMUF-Platinen. Er selbst sollte die Software liefern, Alois (DL2RF) die Schnittstelle Computer- Funkgerät bauen. Unterschiedlicher Meinung war man nur darüber, ob die Ruftonauswertung per Hard- oder per Software erfolgen sollte. Es soll nun ein Versuch per Software unternommen werden. Schon am nächsten Tag informierte uns Herwig, dass die Computerplatinen bei einem OM in Hilgertshausen bestellt worden wären.

Am Samstag, 26. Januar 1991, kam DL2GA mit dem Relais -TRX und der EMUF Steuerung nach Sünzhausen, um Schnittstellenfragen und den Ein- bzw. Anbau der Steuerlogik zu besprechen. Das Relais wurde an Alois (DL2RF) übergeben, der die Schnittstellenkarte bauen soll. Christian (DL1MFQ) will ihn dabei unterstützen. Im November wurde die EMUF-Steuerung von von Herwig (DC1YB) von der Relaisgruppe erstanden.

1992/93 - neues Relais

Am 2. April 1992 wurde ein neues Relais, be¬stehend aus einem kommerziellen TRX (Storno) von Peter (DK1WC) und einer EMUF-Steuerung, program¬miert von Herwig (DC1YB), in Betrieb genommen. Die Modulation verbesserte sich, die Empfindlichkeit ließ anfangs noch zu wünschen übrig. Der ursprünglich für den Betrieb vorbereitete TRX ging an den Eigentümer Horst (DL2GA) zurück.

1994 – neue Weiche

Im Februar fiel das Relais aus. Das Relais wurde kurz stromlos gemacht, woraufhin sich der Prozessor der Steuerung resetete und alles wieder bestens funktionierte.

Im März 1994 bauten Peter (DL2RI) und Peter (DK1WC) eine tags zuvor lackierte, auf eine Bodenplatte montierte und mit Kabeln versehene neue Weiche ins Relais ein. DK1WC hatte sie wenige Tage zuvor an den Relaisverantwortlichen übergeben. Mit der neuen Weiche brachte das Relais statt 6 nunmehr 8 Watt an die Antennenbuchse. Anfang Dezember erwarb die Relaisgruppe den Relais-TRX und die neue Weiche von Peter (DK1WC).

Die neue Weiche

==> weiter