DB0XF - Relais Holledau - 145.600 MHz

1984

Der Relaissender schaltete Mitte August seit einigen Tagen nach dem Abfall jeweils sofort wieder von selbst hoch. Als Ursache konnte der vom letzten Winter her noch eingeschaltete Heizwiderstand am Empfänger identifiziert werden. Mit einem Schalterklick war das Problem bereinigt. Bei dieser Gelegenheit wurde gleich auch die Ausgangsleistung gemessen: TX out vor dem Filter: 7 Watt; TX out nach dem Filter: 4 Watt.

Unabhängig von dieser Maßnahme war die Sendeleistung am Folgetag auf weit weniger als ein Watt gefallen. Die Ursache war eine defekte EF723. Nach Röhrenaustausch und Neuabgleich war am Senderausgang eine Leistung von 12 Watt möglich. Eingestellt wurde schließlich eine Power von 10,3 Watt. Gemessen wurden weiter: Nach der Weiche an 50 Ohm 7,50 Watt, an der Antenne 8,00 Watt, Rücklauf 0,17 Watt.

Zum Ende der Hopfenernte hin waren wieder starke Störungen durch den Hopfengarteneffekt zu verzeichnen. Hans (DK8CW) fuhr nach Sünzhausen und schüttelte und rüttelte (wie schon oft) an den Ankerdrähten - aber ohne großen Erfolg. Mitte November wurde erneut die Empfängerheizung aktiviert.

1985

Der einzige „Arbeitsdienst“ für das Relais im Jahr 1985 bestand darin, dass Hans (DK8CW) auf Wunsch von Fuchs Schorsch, dem Hausherrn des Relais-Standortes, aus einem Autoradio ein "Hopfenphon" baute - eine Sprechanlage von der Hopfenkanzel zum Schlepper. Was tut man nicht alles, um den Relaishausherrn bei Laune zu halten! Probleme mit dem Relais traten nicht auf.

1986 – Heiztechnik gegen den Kälte-Effekt

Der Relaisempfänger bereitete schon seit langem Sorgen, da er infolge seiner Nachziehautomatik recht stark auf das Mischprodukt aus den Hopfengärten reagierte. Seit einiger Zeit hatten wir einen neuen Techniker im OV: Ludwig aus Reisgang (DB1NL, später DL1MEU). Auf ihn richteten sich in obiger Beziehung einige Hoffnungen. Die Überlegung war, ob es nicht möglich wäre, die Nachziehautomatik stillzulegen. Auf Grund der miserab¬len Schaltungsunterlagen sah Ludwig hierzu leider keine Möglichkeit.

Mit Beginn der kälteren Jahreszeit zeigte der Relais-Empfänger auch wieder seine bekannte Kälteempfindlichkeit, er schnatterte bei kräftig modulierten Signalen und insbesondere auch bei Auftastung mittels Ruftongeneratoren. DL2RI sorgte für Abhilfe. Er schaltete die Relaisheizung ein (einen Widerstand auf dem Empfängerdeckel, der etwa 4 Watt in Wärme umsetzte). Merkwürdigerweise besserte sich dadurch das Relaisver¬halten heuer im Gegensatz zu den Vorjahren nicht merklich. Im Gegenteil, als in der Weihnachtswoche mit dem ersten Schnee auch Minustemperaturen auftraten, machte die Rauschsperre am 23.12. überhaupt nicht mehr zu, DB0XF fiel nicht mehr ab.

Also packte Hans (DK8CW) Fön und Heizkissen ein und fuhr in Begleitung seines Harmonischen Wolfgang nach Sünzhausen. Man öffnete die Styroporverkleidung des Relaisempfängers und umfächelte diesen mit Wärme aus dem Fön. Dies tat ihm hörbar wohl, wie man über die Handfunke von Alois (DL2RI), der nun auch vorbeikam, vernehmen konnte. In Kürze funktionierte der RX wie gewohnt. Kontinuierliche Wärme musste her! Sie lieferte das Heizkissen, auf das wir nun den RX stellten. Zufrieden über den gelungenen Einfall fuhr man heim.

Dort angekommen stellten sich allmählich Bedenken bezüglich der Feuersicherheit von Heizkissen ein. Einige QSO's mit anderen OMs verstärkten eher unsere Befürchtungen. Deshalb fuhr DK8CW am Nachmittag des 1. Weihnachtsfeiertages zu Peter (DL2RI), um ihn für eine "Relaisaktion" zu gewinnen. Dieser hatte den Reserveempfänger schon auf dem Shacktisch stehen, wälzte also ähnliche Gedanken.

Schnell war der Relais-Empfänger gegen den Reserve-RX ausgetauscht. Wieder im Shack von DL2RI öffneten wir das kälteempfindliche Gerät. Und nun gingen uns die Augen auf: Bei der frühsommerlichen Aktion mit Ludwig (DB1NL) hatten wir die Zuleitungsdrähte zum Heizwiderstand abgezwickt, um an den RX heranzukommen. Der Empfänger war in den letzten Wochen überhaupt nicht beheizt worden! Die Drähte wurden wieder angelötet und mit wirklich eingeschalteter Beheizung konnte RX-1 (von Baier Peter) wieder seinen störungsfreien Betrieb aufnehmen.

Eine bei dieser Gelegenheit durchgeführte Vergleichsmessung der beiden Empfänger zeigte übrigens, dass RX-2 etwa 6 db schlechter hörte als die Nummer 1. Überlegung von DL2RI in diesem Zusammenhang: Ein GaAs-Fet-Vorverstärker könnte die fehlenden db's für RX-2 bringen. Ludwig (DB1NL) tendierte mehr in die Richtung ICS (in channel se¬lect) als Heilmittel gegen das Hopfengartenmischprodukt für RX-1. Bei dieser Gelegenheit erfuhren wir auch noch von Ludwig, dass er einen RX daheim hatte, der auf seine Relaiseignung hin geprüft werden sollte. Ein weiterer Hoffnungsschimmer!

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