DB0XF - Relais Holledau - 145.600 MHz

Gründung der Relaisgruppe 1975

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Ortsverband C04 wurde auf Anregung von DK8CW eine Relaisgruppe gegründet. Gründe hierfür waren, dass der Ortsverband nur zum Teil am Betrieb des Relais interessiert und auch zu „schwerfällig“ war, wenn Entscheidungen zu fällen waren. Ein kleines Gremium als Relaisbetreiber konnte bei nötigen Anschaffungen oder Veränderungen effektiver entscheiden und handeln, begründete DK8CW den Antrag, dem einstimmig zugestimmt wurde. Mitglieder der Relaisgruppe waren:

  • DL2RI, Peter Karl als Relaisverantwortlicher
  • DC4CQ, Herbert Angstmann, als damaliger OVV
  • DK1PH, Richard Harbauer als technischer Mitarbeiter
  • DL2RF, Alois Graf als technischer Mitarbeiter
  • DK8CW, Hans Assenbrunner als Kassenverwalter

Optimierungen 1975-1976

Vom 1.08. bis 22.08.75 war das Relais außer Betrieb. Richard, DK1PH †,  baute einen neuen Empfänger, der am 22.08. in Betrieb ging. 20 Minuten später starb es an Überspannung durch Blitzschlag. Richard hatte vergessen Schutzdioden einzubauen. Das Relais wurde daraufhin weiter mit dem al­ten RX weiterbe­trieben, bis am 20.10. das reparierte DK1PH-Eingangsteil wieder in Betrieb ging. Es bewährte sich gut.

Im Januar 1976 ging ein durch den neuen UKW-Referenten von Bayern-Süd, Willi Ettinger (DK5MZ) beschaffter RX an DB0XF in Betrieb. Dieser Empfänger war von Peter Baier (DJ3YB) erbaut und ursprünglich im Zugspitz-Relais in Betrieb. Mit einer neuen Filterkombination (R&S-Filter aus den Beständen von DL2RI, DL2RF und DK8CW) bedeutete dies eine starke Verbesserung der Relaisempfindlichkeit. DB0XF funktionierte nach unserem Dafürhalten bis auf eine etwas helle Modulation optimal.

Im Frühjahr wurde das Relais zu unserer großen Freude sogar vom Bayerischen Rundfunk gefilmt und im Fernsehen gezeigt - wohl initiiert durch BR-Mitarbeiter Lothar (DJ8EW) aus Erding.

Durch DL2RF, DL2RI und DK8CW wurden in München Relaisschränke ausgeschlachtet und dann mit einem Fahrzeug der ortsansässigen Heizungsbaufirma Heckmeier heimgefahren. In einen davon wurde dann DB0XF eingebaut. Nun erst war das Relais unter Verschluss und auf dem Hopfenboden besser vor Staub geschützt.

Relaisbetrieb 1977 / 1978

Da das Relais immer noch mit einem selbstgeschliffenen Quarz sendete, musste die Sendefrequenz immer wieder einmal auf den Sollwert hingezogen werden. Ende Februar 1977 bestellte daher Lothar (DJ6OF †) einen „supergenauen“ Sendequarz, der am 6. Mai eingebaut wurde.

Am selben Tag erhielten wir einen Anruf der Polizei. Das Relais sollte am 7. Mai 1977 für 24 Stunden wegen Demonstrationen am Atomreaktor Ohu abgeschaltet werden. Die Obrigkeit befürchtete, dass Demonstranten ihre Aktionen über das Relais absprechen könnten. Daran glaubten wir zwar nicht, aber wir fügten uns der Aufforderung.

Erstmals - und für lange Zeit einmalig - wurde DB0XF am 7. Oktober 1977 wegen extremer Überreichweiten von DK8CW von 20 bis 24 Uhr vorübergehend abge­schaltet. Wenige Tage später fiel das Relais aus. Peter (DL2RI) und Alois (DL2RF) reparierten, indem sie die Oszillatorröhre im TX austauschten.

Als letzte Arbeitsaktion 1977 bauten DL2RI, DL2RF und DK8CW das Relais "im Hau-Ruck-Verfahren" (Originalton DL2RF, dem das zu wenig durchgeplant erschien) in den im Mai 1976 besorgten T&N Schaltschrank ein.

DB0XF im neuen Schaltschrank

Am 13. Juli 1978 „starb“ DB0XF, wieder durch Blitzschlag. Der Netztransformator war defekt und wurde von Peter (DL2RI) und Bruno (DB1CB) umgehend ausgetauscht. Anlässlich des im November von der Relaisgruppe im Relaislokal veranstalteten Flohmarktes zugunsten der Relaiskasse wurde das Relais erstmals auch ei­ner größeren Besuchergruppe vorgeführt.

Relaisbetrieb 1979

Im Frühjahr 1979 wurde DB0XF versuchsweise auf Ein-Antennen-Betrieb umgebaut. Rene Füllmann (DL2XP) hatte uns eine Weiche der Firma Andes, Kaiserslautern zur Verfügung gestellt, die aus sechs gut einen halben Meter hohen Filtertöpfen bestand, je drei für den Empfangs- und drei für den Sendezweig. Rene besorgte auch den Abgleich der Weiche, während Hans (DK7MI) und Alois (DL2RF) eine Messfahrt unternahmen um Vergleichswerte vorher - nachher zu ermittelten. Ergebnis: Das Relais war rundum besser zu empfangen, lediglich in Richtung SSO - Freising zeigte sich eine Abschwächung um 3 db. Die Empfindlichkeit des Relais hatte sich sogar wieder erhöht, da keinerlei Desensibilisierung durch den Sender mehr nachweisbar war. Sende- und Empfangsdiagramm des Relais stimmten durch Verwendung derselben Antenne für Sendung und Empfang erstmals überein. Ein Kauf des Filters hätte ein erhebliches Problem dargestellt, da es DM 935,- kostete. Dies hätte fast die gesamten Rücklagen der Relaiskasse aufgezehrt. Später konnten wir die Andes-Weiche dann doch erwerben, im Tauschverfahren gegen mehrere Rhode und Schwarz – Filtertöpfe aus dem Privatbesitz von DL2RI, DL2RF und DK8CW.

Eine Woche später zeigte das Relais Modulationsaussetzer. DL2RI und DK8CW wechselten die Modulatorröhre des Siemens W2-Sendestreifens und ein NF-Kabel wegen Aderbruch aus. Kurze Zeit später waren Rene (DL2XP) und Hans (DK8CW) am Relais und maßen die Sendeleistung nach. Sie war leicht zurückgegangen, konnte aber durch Neuabgleich der Senderkreise wieder angehoben werden. (auf 10 Watt vor dem Duplexer - 7 Watt am Ausgang).

Wartungsarbeiten am Relais: Hans (DK8CW) und Alois (DL2RF)

Im Mai 1979 ersetzten DL2XP und DK8CW Verbindungskabel im Relais durch kürzere. Die Empfangsfrequenz war ca. 5 kHz zu hoch, sie wurde korrigiert. Dabei machte dann die PLL Schwierigkeiten. Deshalb wurde ein Neuabgleich des Empfängers und anschließend des Duplexers (bis 2 Uhr früh!) vorgenommen. Es stellte sich heraus, dass die PLL immer noch unzuverlässig war. Das Relais gab Modulation teilweise recht leise wieder.

Im Juli ließ sich DB0XF eines Tages plötzlich nicht mehr auftasten. Wir fanden die Ursache darin, dass der Relaishausherr beim ‘Abpecken’ der Fassade des Gebäudes die unter Putz verlegte Netzzuleitung zum Gebäude durchschlagen hatte. Noch am selben Abend reparierten wir das Kabel, womit dem Hausherrn und uns geholfen war. Stall und Hopfendarre hatten wieder Licht, DB0XF den zum Betrieb nötigen 'Saft'.

In derselben Woche stellten wir das Relais auf Reserve-Empfänger (RX von Richard, DK1PH) um. Keinem Benutzer fiel die Veränderung auf. Soviel schlechter konnte die Situation mit dem alten Empfänger also kaum sein! Der RX wurde am 16.7.1979 von Peter aus Hohenwart (DF4MB) zu Peter Baier, DJ3YB gebracht und dort von 17 - 21 Uhr überholt. DF4MB konnte den RX gleich wieder zurückbringen. Der Einbau erfolgt wenige Tage später am 17.7.1979.

Mitte Oktober 1979 schlossen DL2RI und DK8CW den alten Reserve-Empfänger an, da das Relais mit dem Original-Receiver „brodelte“. Damit war das Störgeräusch entfernt. Drei Wochen später verrichtete auch der Reserve-Empfänger seine Dienste nicht mehr ordentlich, weswegen erneut der Original-Receiver in Betrieb genommen wurde. Merkwürdigerweise ging er jetzt einwandfrei und brodelte nicht mehr. Ursache waren wohl Temperaturprobleme auf dem eiskalten Hopfenboden. Das Relais wurde deshalb erstmals durch einen Heizlüfter mit Thermostat beheizt. Damit war das durch Kälte verursachte Brodeln weg, der Stromverbrauch allerdings stieg gewaltig an.

Im Dezember begann das Relais erneut zu „brodeln“, da es "fror". DK8CW versuchte erfolgreich eine „Heizkissentherapie“. Abends baute dann DL2RI eine Lampe zum Heizen ein, da Bedenken bezüglich Feuergefahr beim Heizkissen aufge­kommen waren.



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